| TUTTLINGEN ( alu
) 23.11.2007 :
Die steigende Zahl von Jugendlichen,
die nach dem Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) ohne Schulabschluss in die Arbeitslosigkeit
geraten, hat die Steinbeis-Schule zu erhöhtem Engagement motiviert.
Drei Jahre lang lief das Projekt "Ausbildungs-
und
Jobwegeplanung".
Gestern wurde eine positive Bilanz gezogen. |
Wirtschaftsminister Ernst
Pfister MdL würdigt in seinem Grußwort das „Tuttlinger BVJ-Modell“ |
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von links: Schulleiter Dr.
Jürgen Schröder, Landrat Guido Wolf MdL, Fritz Buschle MdL, Wirtschaftsminister
Ernst Pfister MdL, Patrick Elsäßer, Florian Zimmering,Klassenlehrer Richard
Schwende, Fachleiter Erwin Bisser, Projektleiter Hans-Henning Averbeck,
Natascha Rieth (IboR Tübingen),
Prof. Brungs (Berufsakademie Villingen-Schwenningen) |
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Patrick Elsäßer berichtet auf
unterhaltsame Weise den interessierten Zuhörern über seine Erfahrungen,
die er im Planspiel gemacht hat. |
Das Projekt begann im September
2004. Bei der Abschlussveranstaltung wurde gestern vor Gästen aus Wirtschaft
und Politik, darunter Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) sowie Landrat
und MdL Guido Wolf (CDU) und MdL Fritz Buschle (SPD), ein erstes Resümee
gezogen. Fazit: Die jungen Menschen wurden in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt,
ihre Aussichten auf eine Ausbildungsstelle oder einen Job erhöhten sich.
Man habe "ermutigende Ergebnisse erzielt" hieß es gestern.
Das Berufsvorbereitungsjahr ist eine Pflicht-Schulart
für Jugendliche ohne Ausbildungsstelle.
Jährlich werden in Tuttlingen etwa 80
Jugendliche unterrichtet. Zunehmend wird es schwieriger, diese Schüler
für eine Ausbildungsstelle zu qualifizieren. Um ihnen Hilfestellung zu
geben, haben die Lehrer des BVJ unter Leitung des Fachleiters Erwin Bisser
und des Projektleiters Hans-Henning Averbeck das Konzept "Jobwegeplanung"
entwickelt. Im Rahmen dieses Projekts wurden über drei Jahre hinweg insgesamt
120 Schüler auf den Übergang in eine Ausbildung oder in die Erwerbstätigkeit
vorbereitet. Ziel war es, die vorhandenen Kompetenzen zu stärken und die
für eine Berufsausbildung wichtigen Schlüsselqualifikationen zu vermitteln.
Das Projekt dauerte jeweils ein Jahr und
umfasste acht Module. An einem erlebnispädagogischen Wochenende beispielsweise
wurden Teamfähigkeit und Ich-Stärke aufgebaut. Im zweiten Modul wurde durch
das Erlernen asiatischer Kampfkunst der Umgang mit Aggressionen gelernt
und die Tugenden Pünktlichkeit und Disziplin gefördert. Die realistische
Sichtweise der eigenen Ausgangssituation und das Herausfinden der eigenen
Stärken standen beim Modul 3 im Mittelpunkt.
Daran schloss sich die eigentliche Berufsfindung
und Jobwegeplanung mit dem Erstellen von Bewerbungsunterlagen und dem Führen
eines Bewerbungsgesprächs als Modul 4 an. Modul 5 stellte ein Betriebspraktikum
dar, in welchem die Schüler im Idealfall einen Ausbildungs- oder Vorvertrag
erhielten. Darauf folgte das Ausbildungswegeplanspiel als Modul 6. Hier
durchliefen die Schüler den Übergang von der Schule zum Beruf innerhalb
mehrerer Jahre und suchten wichtige Stellen wie die Berufsberatung der
Agentur für Arbeit, eine Beratungsstelle und Personalchefs von Firmen auf.
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Patrick Elsässer, Schüler des Berufseinstiegsjahrs
meinte, dass das Spiel ihm sehr geholfen habe, eine Perspektive zu finden.
Sein Klassenkamerad Florian Zimmering ging mit dem Ziel in das Spiel, Werkzeugmechaniker
zu werden, durchlief mehrere Stationen und war dann "plötzlich 19 Jahre
alt und Koch".
Das Tübinger IboR-Institut stellte die
Evaluierung des Projekts vor. Es wurde festgestellt, dass die Schüler ihre
Lehrer durch die starke Zuwendung im Projekt als Freunde und Vorbilder
wahrnahmen. Die Lehrkräfte lobten die gute kollegiale Zusammenarbeit untereinander.
Bei den Schülern konnten nach Abschluss des Projekts eine gestärkte Persönlichkeit
und verbesserte Umgangsformen festgestellt werden, die ihnen den Einstieg
in das Berufsleben erleichtern könnten, so das Fazit der Evaluierung.
| Es geht "abgespeckt" weiter:
Das inzwischen als "Tuttlinger Modell"
bezeichnete Konzept wurde mit
84 000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds
gefördert und soll als Vorbild für andere Landkreise und Berufliche Schulen
dienen. An der Steinbeisschule wird das Projekt fortgesetzt, allerdings
in etwas "abgespeckter Form", weil es jetzt keine Mittel aus dem Fonds
mehr gibt. Beispielsweise wird künftig auf asiatische Kampfkunst verzichtet. |
Schulleiter
Dr. Jürgen Schröder würdigt Richard
Schwende und Hans-Henning Averbeck für die
Projektleitung und –durchführung |
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